Dagie macht Welle

29. September 2018

und erzählt vom filmischen Wunder und wunderlichen Filmen:

Mehr von S8-Dagie dort -> dagiebrundert.de

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Energieferien

21. September 2018

Junger Mann, das jüngste Werk von Wolf Haas ist verschlungen und verdaut. Vielleicht nicht ganz das Niveau von Das Wetter vor 15 Jahren, doch dramaturgisch gekonnt orchestriert und mit dem bekannten Cartoonartigen Haas´schen Schmäh, der das Lesen so amüsant macht.

Mein Gesicht war so heiss, dass mir der Kaffee leidtat, als er sich an meinen Lippen verbrannte.

Der Abriss aus der Adoleszenz des Ich-Erzählenden Protagonisten wird empfindsam, aber deutlich spür- und erkennbar, unausweichlich bleibende Peinlichkeiten mit der nötigen sprachlichen Feinheit dargestellt. Der 70er Hintergrund erstrahlt frisch leuchtend in Orange trotz lungernder Ölkrise. Der Autoput ist noch in Југославија und der Balkan per se ein irritierendes Faszinosum. Statt Hautunreinheiten wird Gewicht problematisiert, die erste Liebe scheint zart durch vereiste Scheiben und nach erfolgreicher Lebensrettung gibt es ein prachtvolles Happy End.

Rückwärts durch die Knie betrachtet war die Welt schon immer am interessantesten.

Den Haas muss man lesen und kennen – unbedingt empfehlenswert!

Lisboa, Joken

Elsewhere.

(Pic by Joken)

 

 


Pink Blow Up

19. August 2018

Der selbsternannte Reverend Bill, Kunstfigur und politischer Aktionist aus NYC, welcher zusammen mit seinem Stop-Shopping-Choir während der Haupteinkaufszeit vor Weihnachten schon mal Kreditkarten exorziert und in US-Walmarts und Disneyland mit seinem bunten Gospel Chor gegen Konsumterror, Konsumismus, Kaufsucht younameit lautstark bis zur vorläufigen Festnahme protestiert (Filmdoku What Would Jesus Buy? über die Xmastour von 2009), trat bei der diesjährigen Ausgabe vom Zürcher Theater Spektakel predigend auf der Landiwiese am See in Erscheinung.

Pink Church, Reverend Bill, Theater Spektakel Zuerich 2019

Dort wurde eine leuchtend magentafarbene Kirche aufgeblasen, als Hüpfburg für Kids, als rosa Flash für Besucher und als Interimsbühne für den Reverend & Co., die selbst wie Kinder zu Beginn der Show durch die Seitenfenster ins Innere purzelten, um alsdann singend, tanzend und predigend vergnügt Konsumverhalten, bigotten Kapitalismus und aufkommende Xenophobie bis hin zum Zwitscher-Präsidenten kritisch zu beleuchten. Garniert mit freudigem Jubilieren und Zwischenrufen ganz in Art der Gospelchurches und in fantastisch rosa Licht geradezu ertränkt.

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In der Predigt ging es um den ursprünglichen buchreligiösen Deal vom patriarchalischen Gott mit dem auserwählten Volk, welcher besagt, dass JHW sie vor allen Unbill und Schrecken der Erde beschützen wolle, falls JHW von ihnen als alleinig rechtmässigen Gott anerkannt würde. Earth Justice mit dem Kampfruf Earthaluya! ist die Weiterentwicklung der Stop Shopping Kampagne. Klimaveränderung, erdausbeutende Grosskonzerne bis Umweltsch(m)utz generell werden thematisiert und der heuchlerische Glaube an Geld, Waren und sonstige Gottheiten heftigst kritisiert.

«We are wild anti-consumerist gospel shouters and Earth loving urban activists who have worked with communities on four continents defending community, life and imagination and resisting Consumerism and Militarism.» erläutert Reverend Bill. Ausserdem müsse kein Gott Erdlinge vor ihrer Erde beschützen, man solle einfach sie und sich selbst und alle Anderen lieben — Love No Border, also wie meist: Love is the message!

Durch geschicktes Spiel mit kirchlichen Mustern und religiösem Brauch erzeugt die Aufführung quasi einen doppelten Code, der sich mit dem Herzen aber leicht und vor allem äusserst gewinnend entschlüsseln lässt.


Kritik des Herzens

26. Juli 2018

Sie war ein Blümlein hübsch und fein,
Hell aufgeblüht im Sonnenschein.
Er war ein junger Schmetterling,
Der selig an der Blume hing.

Oft kam ein Bienlein mit Gebrumm
Und nascht und säuselt da herum.
Oft kroch ein Käfer kribbelkrab
Am hübschen Blümlein auf und ab.

Ach Gott, wie das dem Schmetterling
So schmerzlich durch die Seele ging.

Doch was am meisten ihn entsetzt,
Das Allerschlimmste kam zuletzt.
ein alter Esel fraß die ganze
Von ihm so heiß geliebte Pflanze.

 

Wilhelm Busch (1832 - 1908), deutscher Zeichner, Maler und Schriftsteller
Quelle: Busch, Gedichte. Kritik des Herzens, 1874

Kraftwerk feat. Astro Alex

21. Juli 2018


Herzschlag

24. Juni 2018

Das Schwein Eisenherz lebt, hängt und arbeitet:


Herz bebt

16. Juni 2018

Auferstanden aus zwei Birken und der Zukunft zugewandt,
lass uns Dir zum Guten schlagen: bumbumtschak im Herzenland!

Herzland, Schrottherz, Herz SO36

Die Metall gewordene Folklore aus den 80ern findet wieder Platz: das olle Ding schlägt erneut für alle — Infos für Einheimische und Besucher dort.


Vertikale Impressionen

2. Juni 2018

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Noch mehr Eindruck nach dem Klick:


Vertical Cinema

1. Juni 2018

Bereits der Probedurchlauf war eine körperliche Erfahrung — bei diesem Hochformat natürlich der allmählich sich versteifende Nacken und dazu der latente Ohrenschaden, weil die Experimentalfilme mit Sounds > 120 dB untermalt werden, Throbbing Gristle nur Hilfsausdruck. Ausser um die noch verbliebenen Zahnblomben hatte ich Sorge um jede der zahllosen Glasscheiben, die eifrig mitschwangen, mitsurrten, mitklapperten. Zum Glück ist 80% der alten Holzbestuhlung schon evakuiert, mehr Bass hätte ich beim besten Willen nicht ertragen können und wollen. Art farts loud.

Vertical Cinema

Dennoch ein Erlebnis der besonderen Art, einfach weil anders. Vertical Cinema kickt bewusstseinstechnisch offensiv — dabei vielleicht einen Tick zu aggressiv. Aber es gibt im Programm auch den Moment der Ruhe, nach dem alle lechzen. Und frische Luft gibts ja gratis draussen.


Bankaccount

9. Mai 2018

Nice try by young scholars of F+F at Zurich Stauffacher:

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