McMindfulness

10. März 2018
chess
Angeberplakat zum Kandidatenturnier am Berliner Kühlhaus
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Grundstellung

21. Dezember 2017

Üblicherweise werden im Schachspiel gerne unübliche Stellungen angestrebt. Die grafische Abteilung des Weltschachbundes – offensichtlich angeregt durch os­zil­lie­rende Wortspiele von Chaturanga und Kamasutra – betont jenes Motiv zur kommenden Schach-WM ausgesprochen plakativ.

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Armagedon

19. Februar 2015

Mit dem drastisch klingenden biblischen Begriff Armagedon (eigentlich Harmagedon) wird im Schach die Entscheidungspartie genannt, die allenfalls zur Ermittlung des Siegers eines Matches oder Turnieres bei Gleichstand gespielt wird. Dabei erhält der Weissspieler einen kleinen Zeitbonus, dem Schwarzspieler hingegen genügt bereits ein Remis zum Gewinn der Konfrontation. Bei der Zürcher Chess Challenge kam es nun zu einer „Entscheidungsschlacht“ zwischen dem von Red Bull gesponserten US-Spieler Nakamura und dem indischen Ex-Weltmeister Anand.

Zürich Chess Challenge, Zurich Chess Challenge 2015, Schach, Baur en Ville Zürich, Nakamura, Anand, ArmagedonWer zahlt befiehlt: Der Sponsor erklärt vor dem Finale dem
zurück ans Brett zitierten Anand noch schnell die Regeln

Beide lagen nach jeweils fünf Runden des halb in klassischer Bedenkzeit halb im Schnellschach gespielten Einladungsturnieres punktgleich an der Spitze. Nakamura pflegt zu jeder Partie eine Dose des Taurinsirups mitzubringen und trinkt diese Melange auch tatsächlich am Brett. Beim Zürcher Turnier half ihm der Zaubertrank möglicherweise, jedenfalls hatte Anand keine Chance bzw. Nerven in der das Turnier entscheidenden Blitzpartie. Offensichtlich ging der Ex-Champ davon aus überhaupt keinen Tie-Break spielen zu müssen, und wirkte daher sichtlich doppelt überrascht. Obwohl für die Zuschauer jenes allzu schnell verpuffende finale Handgemenge ein tatsächlicher Antiklimax bedeutete, war es für den Sieger möglicherweise ein wenig Genugtuung für die drastische Niederlage gegen den Meister aller Klassen bei der letztjährigen Austragung.


En passent

1. Januar 2015

Adieu 2014.

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Geht klar.


Schachboxen

22. November 2014

Reine Kopfsache ist die inzwischen schwer angesagten Disziplin, in der bis zu elf Runden lang abwechselnd geboxt und Schnellschach gespielt wird. Die Rundendauer beträgt jeweils drei Minuten und die Entscheidung erfolgt dabei entweder durch K.o., Matt, Aufgabe, Zeitüberschreitung oder Ringrichterentscheid.

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Der Spandauer Feuerwehrmann Sven Rooch hat nun seinen Weltmeistertitel im Mittelgewicht gegen den Spanier Jonathan R. Vega erfolgreich verteidigt. In der Berliner Columbiahalle bezwang der Lokalmatador seinen Herausforderer nach hartem Kampf durch Schachmatt in der fünften Runde.

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Glückwunsch!


Wikingerschach

19. Februar 2014

Glücklich, weil am Ende noch knapp, aber verdient hat Carlsen in seinem ersten Turnier als Weltmeister das Zürcher Schach-Spektakel gewonnen. Der Gegenwind für den Führenden ist tendenziell meist rau — mal abwarten, ob Magnus der Erste seine Segel wirklich so früh streicht, wie manch Szenekundige es bereits jetzt prophezeien. 64 Felder sind sicher nicht die Welt, aber zumindest für die crème-de-la-crème der Schachwelt eine dank zahlungskräftiger Gönner durchaus lukrative Parallelwelt.

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Die spinnen, die Wikinger

Sah man Model-Athlet Carlsen eben noch im edlen Saale spielend am Schachbrett, findet man den Champ nun auf einem Werbeplakat hängend an der ganz gemeinen Bushaltestelle:

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Die immerhin von Schach inspirierte Kampagne findet ihre genretypisch virale Verbreitung via youtubeChess for Kids:


Passt aber schon, Schach ist tatsächlich mega lässig…


Freakshow

3. Februar 2014

Zur vierten Runde erschien viel Prominenz und es gab noch mehr Andrang. Doch ausser nörgelnd drängelnder Deutschen nahmen die übrigen Anstehenden die Geduldsprobe in der Warteschlange tapfer hin. Die peinlichen Nörgler forderten Eintrittskarten, auf welche die Organisatioren jedoch aus weiser Voraussicht verzichteten, weil sonst die Veranstaltung rasch ausverkauft wäre und ausser den glücklichen Kartenbesitzern das gemeinhin darbende Schachvolk sich nicht am Genuss grossmeisterlicher Schachdarbietung in gediegener Atmosphäre laben könnte. Helvetische Ega­li­tät ist mega.

Botschafter Charles Aznavour beglückte die armenische Gemeinde mit seiner Anwesenheit und alle Partien fanden eine finale Entscheidung. Nakamura stürzte sich gegen Aronian ins Schwert und gab einen Zug vor Schachmatt auf, Carlsen opferte Material, doch seine zentralen Mehrbauern waren danach frei genug, um die Begegnung mit dem Kronprinzen Caruana zu entscheiden. Gelfand fehlte am Ende schlicht die Zeit alle Komplikationen gegen Ex-Champ Anand korrekt durchzurechnen.

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Aznavour darf für Landsmann Aronian der ersten Zug ausführen

Die mittlerweile dritte Auflage der Zurich Chess Challenge ist eindeutig die attraktivste. Der Kampfeswille ist augenscheinlich und selbst wenn in der letzten Runde alle Partien unentschieden ausgingen, läge die Remisquote immer noch unter 50% Prozent — eher unüblich für Schach auf solchem Niveau. Und das Niveau ist verdammt hoch; nächsten Monat findet das so genannte Kandidatenturnier statt, in welchem der kommende Herausforderer für Meister Carlsen gefunden werden soll. Da will sich keiner eine Blösse geben und der Champ will zeigen, wo der Hammer hängt. Hammer Carlsen („It was a fun game today“) hat es hier allen gezeigt und bereits jetzt einen neuen Ratingrekord aufgestellt.

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Aber warum trägt der Kerl immer das falsche Trikot?


Bête noire

1. Februar 2014

Der russische Juwelen-Höndler Oleg Skvortsov lud heuer wieder einmal zum Schach in Zürich und diesmal gleich sechs Topspieler inklusive des noch ziemlich frisch gebackenen Weltmeisters aus Norwegen ein. Somit ist das Zürcher Einladungsturnier das stärkste Turnier aller Zeiten. Der Andrang ist daher riesig, der Eintritt immer noch gratis und das Schach noch spannender, weil sich jeder mit dem neuen Champ messen will.

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Händedruck zu Beginn der Partie

Schach ist heutzutage vor allem ein Internet-Event und weltweit sind es zigtausende Schachfans, welche den Partien der Grossmeister online folgen. Die Schar der live übertragenden Journalisten ist für eine Randsportart recht imposant und in Norwegen wird Schach aufgrund Carlsens Popstarkalibers neuerdings selbst im dortigen Sport-TV gezeigt.

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Schach ist in Norwegen — wie Stricken — Fernsehtauglich

Der entfachte Medien-Hype um und dank der Werbeikone Magnus Carlsen zeigt deutliche Wirkung und auf Hemd und Sakko trägt der lässige nordische Held mittlerweile fünf verschieden Logos seiner Sponsoren.

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Nach der Partie: How in the world could I mess this up?

Beinahe aber wäre der Weltmeister in der dritten Turnierrunde gestrauchelt und sogar gefallen; zu arglos reagierte er auf einen wuchtigen Flügelangriff seines US-amerikanischen Kontrahenten, doch wie heisst es so treffend: nichts ist schwerer, als eine gewonnene Partie zu gewinnen.
Grossmeister Nakamura stand fast zwanzig Züge lang eindeutig auf Gewinn, bevor er es kurz vor der ersten Zeitkontrolle doch noch völlig vermasselte. Als dann der Meister aller Klassen am Drücker war liess er diesen nicht mehr los, sondern seinen Gegner kopfschüttelnd zurück.
Im Zürcher Spielsaal war der radikale Umschwung karmatechnisch direkt spürbar — das war Achterbahn auf 64 Feldern und mir als einfacher Klötzchenschieber alleine schon vom Zusehen noch auf der Heimfahrt schwindelig.

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Das Norwegische Sportfernsehen interviewt die Nummer 1

Im Privatduell Carlsen-Nakamura steht es damit nach Siegen 9-0 bei 15 Unentschieden. Zumindest kann man dem Top-5-Spieler Nakamura keinesfalls mangelndes Selbstvertrauen vorwerfen

Shit happens all the time, even on a chess board.


Der König ist tot, es lebe der König

22. November 2013

Magnus Oen Carlsen, Chess Champion, Worldchampion Chesss, Chess Wordl Championship 2013

2700chess.com for more details and full list

Mutmasslich wird es eine recht dröge Regentschaft — der pragmatische Youngster macht seine Gegner meist nass und führt dazu in der Rangliste bereits seit vier Jahren und momentan mit vergleichsweise haushohem Vorsprung. Welcome to Zurich!


Zugzwang

27. April 2013

Schach ist Sport ist Spiel ist Geschäft. Nach den russischen Diamanten in Zürich und dem aserbaidschanischen Erdöl in London sponsert als nächstes ein hoch diversifizier Russischer Allrounder das Spiel mit den Königen.

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Auf den 64 Schachfeldern messen sich im Kanton Zug gleich elf der Top-20 Grossmeister auf Kosten eines Herrn Vekselberg, einem gelernten russischen Oligarchen mit Wohnsitz im, ja klar — steuerbegünstigten Zug. In der aktuellen Forbes-Liste nimmt der geschäftige Dr. Victor mit schlappen 12 Milliarden Dollar den den, na? — 64. Rang ein. So kommt eines zum anderen: die Schachspieler versteuern günstig ihr Preisgeld und mit dem Zug von Zürich nach Cham geht es hin und zurück in exakt 64 Minuten.