Tunnelblick

28. Juli 2016

Die Schweizer Botschaft in Berlin feiert ihre neue Gotthardröhre gut sichtbar auf dem Dach ihres Gebäudes:

Tunnel, Botschaft Berlin

Zumindest teilweise auf Schweizer Staatsgebiet liegend gibt es ja noch DEN Tunnel, in welchem es kaum Geschwindigkeitsbegrenzung, aber möglicherweise Schwarze Löcher zu bestaunen gilt, sofern keine kleinen Pelztiere den Stromfluss unterbrechen.

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Knallköpfe

12. April 2015

Alle Frühjahr wieder feiert Zürich zünftig Zürich und lässt einen Pappmaché-Schneemann in die Luft fliegen. Diesmal aber feiert Zürich Zürich und lädt Zürich ein!

Sechserläuten 2015, Sechsilüüte, Zürcher Sechsilüüte, Sechserläuten Zürich 2015, Böögg

Weil 2015 kein anderer Kanton Gast sein wollte (nach Luzern sagte auch Liechtenstein ab) erklärte sich der die Stadt umfassende, umschliessende und dazu auch noch gleich benamste Kanton bereit kurzfristig einzuspringen. Was für ein Chlapf.


Knabenscheissen

17. September 2014

Verkackt haben wieder mal die Jungs: Melinda hat nach Stechen klar gewonnen und ist die juvenile Regentin des Sturmgewehrs 90 aka SIG 550. Die Schiessprügel sind übrigens ohrenbetäubend laut; interessant aber, dass trotzdem viele Schaulustige kommen, obwohl es deutlich mehr auf die Ohren als für die Augen geben tut.

Knabenschiessen 2014, Schiessanlage Albisguetli, Knabenschiessen Zürich

Sowieso geht man ja nicht wegen der Schiesserei auf das Festgelände, sondern wegen Zuckerwatte & grossen Kinderaugen. Die malträtierten Ohren wurden wie üblich durch die legendäre Ruth-Orgel von 1906 etwas besänftigt, quasi Klangoase. Diesmal spielte olle Ruth just „Berliner Luft“ — geht doch.

Orgelwagen Kanbenschiessen, Orgelwagen Fa Buser, Ruth36 Orgel

Und ja, der Hobbyschweizer war auch drin in der Orgel…


Blutdurst

5. August 2013

Keine Atempause, Geschichte wird gemacht
Spacelabs fallen auf Inseln, Vergessen macht sich breit
Berge explodieren, Schuld hat der Präsident
Graue B-Film-Helden regieren bald die Welt

bloodhunt, blutjagd, Lenkwaffen Stellung Schweiz, schweizer militär

Idyllische Kreuzung im Zuger Land


Manövergebiet

4. September 2012

Nachbar Albert liebt schneidige Panzermanöver im Vorgarten. Unter den stieren Augen von Gartenzwergen & Co. übt sein funkgesteuerter Spielzeugtank sehnsüchtig Blitzkrieg. Ein eingebauter Soundchip suggeriert Dieselatmosphäre, Maschinengewehrfeuer und eine heftige Panzerhaubitze. Der kleine Junge im Nebengarten reagiert bereits leicht verstört sobald der Panzer gefechtsbereit in Stellung geht und ergriff nach einem überraschend vorgetragenen Frontalangriff schreiend die Flucht.
Spielzeugpanzer, ferngesteuerter Panzer

Vor ein paar Tagen präsentierte Albert im Garten stolz seinen neuen Prototyp: ein noch zu tunendes Panzer-Chassis in Go-Kart-Grösse steht bereit zum Aufrüsten; Albert verspricht die Manövertauglichkeit innert 18 Monaten — ich bin jetzt schon gespannt auf die digitale Akustik…


Schiffeversenken

18. August 2011

Der Höhenflug des starken Franken wird souverän verteidigt von der „besten Armee der Welt“ — gerade auch in und aus der Luft. Der Hauptstützpunkt der Luftwaffe befindet sich bei Payerne in der Broye, zwischen den Kantonen Fribourg und Vaud. Gleich in der Nähe des grössten Schweizer Kriegsflughafens liegt der Neuenburger See, über welchem Flugmanöver und das Feuern auf Wasserziele geübt werden.

Während die Tourismusagenturen den Schilfgürtel des südlichen Seeufers als erholsames Biosphärenreservat kommunizieren, tobt darüber der simulierte Luftkampf.

Nur geschossen wird ausserhalb der Badesaison.


Stadt Land GAU

14. Februar 2011

Das Land will die Armeewaffe im Haus, die Städter lieber im Zeughaus. Deutschschweizer sind bis auf Basel-Stadt und Zürich ganz traditionell Bürgersoldaten, Westschweizer bis auf Fribourg für Abrüstung. Männer schiessen gerne scharf, Frauen eher weniger. Alle Faktoren zusammen ergeben ein Endergebnis von 56 zu 44 zugunsten des helvetischen Schützenvereins.

bewaffnetes Vorratslager

Röstigraben, Stadt-Land-Gefälle, Mann-Frau-Furche — der eidgenössische Kleingarten erscheint etwas zerklüftet. Der konservative Humus bleibt jedoch weiterhin bestimmend: Volksabstimmungen mit nationaler Tragweite fielen zuletzt allesamt zugunsten der rechts-bürgerlichen Mehrheit aus.

Eine noch strahlendere Zukunft erwartet im Kanton Bern dem Hochnebel zum Trotz die (ländliche) Mehrheit durch den Neubau eines Atomkraftwerkes.


Entrüstung

13. Januar 2011

Im herzigen Stimmungslokal Schweiz lockt Mitte Februar 2011 schon wieder ein Blockbuster an die Wahlurne: die Waffenschutz-Initiative fordert die Heimabgabe von Armeewaffen zu beenden, die Einführung eines zentralen Waffenregisters sowie für Waffenträger einen Bedarfs- und Fähigkeitsnachweis. Überflüssige Schusswaffen sollen aus dem Verkehr gezogen und die zahlreich zu Hause gelagerten militärischen Schiessprügel fortan in den lokalen Zeughäusern gelagert werden.

Waffenlobbyisten und andere Schiessbudenfiguren argumentieren, dass nur ein Staat, welcher seine Bürger fürchte, diese zu entwaffnen strebe. Ein wirklich entwaffnendes Argument: freies Schussfeld für freie Bürger.

Sockenschussgefahr: Co-Präsident der vereinten Initiativgegner

In jedem dritten Schweizer Haushalt befindet sich eine Feuerwaffe. Nach den USA und Jemen liegt die Schweiz in Bezug auf die Waffendichte auf Platz drei. Bei Suiziden mit Schusswaffen sind die Eidgenossen Europameister: mit einem Anteil von 34% treffen sie bei fast 10% Vorsprung auf Vize Finnland mehr als dreimal häufiger ins Schwarze als der europäische Durchschnitt.

Ebenso wie bei den vorherigen Angst-Kampagnen der SVP («Schweizer wählen SVP» ist der urchig-völkische Slogan für die Parlamentswahlen im Herbst) schafft auch bei dieser, das rechte Nationalverständnis empfindlich berührenden Kampagne, die teutonisch geführte Werberkameradschaft die visuell drastischste Zuspitzung der Zielvorgabe:

qualmender Fremdländer + rauchender Colt = kalter Schweiss


Delikat Essen XXIII

4. Oktober 2010

Siebenschüssiger Kaltmacher im Café Remor, Gèneve.


Schiesstrieb

5. Mai 2010

Aufgeräumte Menschen werben freudig erregt für den Schusswechsel im Feld:

Hinter dem weltweit grössten Schützenfest steht natürlich die Lobby der Waffenfetischisten und das ausrichtende OK erklärt im Grusswort ganz putzig:

Das OK hat sich für das Feldschiessen Tafers aber auch etwas Neues und Besonderes einfallen lassen:
Wir haben einen Wandkalender für das Feldschiessen Tafers produziert!

Aha, einen Wandschmuck also.
Passend zu den üblichen Trophäen?

Hauptsächlich aktive Schützinnen (auch mit nationaler und internationaler Erfahrung) aus dem Sensebezirk sowie aus dem näheren Schiessumfeld Tafers haben für den Kalender mit einer Prise Erotik posiert.

Waidmanns Lust ist Waidmanns Heil!
Waidmanns Dank!

Mit voller Stolz können wir auf das entstandene Produkt schauen und sind der Überzeugung, dass dieser Kalender nicht nur den Schützen- und Schützinnen des Sensebezirks und der restlichen Schweiz viel Freude bringen wird, sondern auch für jeder Mann bzw. Frau, welche sich an ästhetische Bildern erfreuen können.

Warum haben die nicht gleich voller Stolz ein Kalenderblatt als ästhetischen Fangschuss plakatiert…