Where are they?

8. September 2018

Seit 60 Jahren wird mit wachsendener wissenschaftlicher Intensität nach intelligentem Leben ausserhalb der Erde (SETI) gesucht. Die vom US-Astronomen Frank Drake vorgestellte Drake-Gleichung beschreibt die Anzahl kommunizierender Zivilisationen (N) in unserer Galaxie, der Milchstrasse, wie folgt:

N = R* × fp × ne × fl × fi × fc × L

Dabei ist

N = Anzahl intelligenter Zivilisationen, die derzeit in unserer Galaxie Signale aussenden und folglich beobachtbar sein sollten

R* = mittlere Sternentstehungs­rate in der Milchstrasse pro Jahr (recht gut bekannt, etwa ein Stern pro Jahr und Galaxie)

fp = Anteil Sterne mit Planeten (ungefähr 1: fast jeder Stern besitzt Planeten)

ne = Anzahl erdähnlicher Planeten pro Stern in der «Ökosphäre» (unsicher)

fl = Anteil der Planeten, auf denen sich Leben gebildet hat (sehr unsicher)

fi = Anteil der Planeten, auf denen sich intelligentes Leben entwickelt hat (sehr unsicher)

fc = Anteil an Zivilisationen, die ihre Existenz durch interstellare Kommunikation verraten (sehr unsicher)

L = Lebensdauer einer technologischen Zivilisation in Jahren (recht unsicher, etwas zwischen 100 Jahren und 10 Milliarden Jahren)

Ganz schön viele unsichere und unbekannte Faktoren also und darum gar nicht erstaunlich, dass bislang trotz aller Bemühungen noch kein extraterristisches Signal empfangen werden konnte. Dies liegt zum einen an der schieren Grösse des bekannten Universums, an den zeitlich und räumlich beschränkten Möglichkeiten von Scannen, Abhören und Senden, zum anderen aber auch an der eventuellen Singularität unseres Daseins im Weltall. Denn für hoch intelligente Spezies sind während der langen Zeiträume von notwendiger Selektion und Evolution ziemlich perfekte Bedingungen nötig. Doch Planet-Stern-Systeme sind selbst ohne äussere Einflüsse für komplexer geratene Zellhaufen von Haus aus eher fragil.

Leben existiert auf der Erde seit fast 4 Milliarden Jahren, allerdings ist davon alleine die Hälfte der Zeit von Bakterien und einfachen Zellen ohne Zellkern besetzt. Das wundersame und einzigartige noch nicht zur Gänze verstandene Auftauchen der Eukaryoten, Zellen mit gut organisiertem Kern, dem ersten Anzeichen von «höherem Leben» vor 1,8 Milliarden Jahren führte allmählich zur Entstehung von mehrzelligen Pflanzen, Pilzen und Tieren. Von der Tierlinie führte wiederum ein Abzweig zu den Warmblütern, nährstoff- und versorgungstechnisch unabdingbar für starkes cerebrales Wachstum. Von den Warmblütern ging es weiter über die Säugetieren bis hin zu den Hominiden.

«Evolution bewegt sich niemals auf einer geraden Linie zu einem Ziel (Intelligenz), wie es während eines chemischen Prozesses oder als Folge eines Gesetzes der Physik geschieht. Evolutionäre Pfade sind sehr komplex und ähneln eher einem Baum mit all seinen Zweigen und Verästelungen. (…) Hohe Intelligenz ist nur bei Menschen entstanden. Ich kann mir zwei mögliche Gründe für diese Seltenheit vorstellen. Einer davon ist, dass eine hohe Intelligenz durch die natürliche Selektion im Gegensatz zu dem, was wir erwarten würden, überhaupt nicht begünstigt wird. Tatsächlich kommen alle anderen Arten von Lebewesen, Millionen von Arten, ohne hohe Intelligenz gut miteinander aus. Der andere mögliche Grund für die Seltenheit der Intelligenz ist, dass sie außerordentlich schwierig zu erwerben ist. Ein gewisser Grad an Intelligenz findet man nicht überraschend nur bei warmblütigen Tieren (Vögeln und Säugetieren), weil Gehirne einen extrem hohen Energiebedarf haben. Aber es ist immer noch ein sehr großer Schritt von „einiger Intelligenz“ zu „hoher Intelligenz“.» (Ernst Mayr, 1992)

Nachdem sich schliesslich eine Art der Gattung Homo durchgesetzt hatte und die Lebens- und Ernährungsweise für genügend Hirnwachstum aneignete, gab es vom Indus, den sumerischen und anderen nahöstlichen Kulturen bis nach Ägypten, Griechenland und der ganzen europäischen Hochkulturen, über die Mayas, Azteken und Inkas sowie verschiedenen chinesischen und indischen eine ganze Reihe von Zivilisationen. Während all diese Zivilisationen nach grosser Blütephase wieder untergingen, erreichte nur eine von ihnen eine Technologie, die es ermöglicht, Signale in den Weltraum zu senden und zu empfangen.

«Nehmen wir an, dass es wirklich intelligente Wesen auf einem anderen Planeten in unserer Galaxie gibt. Vor einer Milliarde Jahren entdeckten ihre Astronomen die Erde und kamen zu dem Schluss, dass dieser Planet die richtigen Bedingungen haben könnte, um Intelligenz zu erzeugen. Um das zu testen, schickten sie eine Milliarde Jahre lang Signale an die Erde, ohne jemals eine Antwort zu erhalten. Schließlich beschlossen sie im Jahr 1800 (unseres Kalenders), Signale nur noch für weitere 100 Jahre zu senden. Bis zum Jahr 1900 war keine Antwort eingegangen, so dass sie zu dem Schluss kamen, dass es auf der Erde kein intelligentes Leben gab. Dies zeigt, dass selbst wenn es im Universum Tausende von Zivilisationen gäbe, die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Kommunikation sehr gering wäre aufgrund der kurzen Dauer des „offenen Fensters“.Ernst Mayr, 1992

Biologen und Antropologen sehen die heutige Faktenlage weitaus nüchterner als Astronomen und Physiker, da die Suche nach ausserirdischer Intelligenz keine Frage von physikalischen Gesetzen und technischen Fähigkeiten sei, sondern im Wesentlichen eine Frage biologischer und soziologischer Faktoren. Und ohne Antwortsignale ist die Beweisführung zu ausserirdischem Leben überhaupt recht mühselig.

Möglicherweise fühlen wir uns nicht nur alleine, sondern sind es auch…

One baby to another says I’m lucky to have met you
I don’t care what you think unless it is about me
It is now my duty to completely drain you
I travel through a tube and end up in your infection

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