Suburbia

3. Mai 2012

Am Rand der kleinen grossen Stadt ist die Welt noch in Ordnung ländlicher als auch schon. Mit dem Fangglas musste schon mancher Monsternachtfalter aus der Mädchenabteilung unblutig entsorgt werden. Des weiteren wurde eine Blindschleiche aus dem Weg geräumt und friedfertige Kaulquappen aus Kinderhänden befreit. Zwei Katzen aus der Nachbarschaft erhielten die Rote Karte nebst vorläufiger Spielsperre. Ausser den Viechern kommt auch das meiste Wetter gerne überfallartig. Zuvor sah man aus der Beobachtungsstation was auf einen zukommt, jetzt pirschen sich die Wolken über den achthunderteinundsiebzig Meter hohen Hausberg flugs an die Siedlung heran.

Die Luft atmet sich angenehm würzig mit einer erdigen feucht-frischen Note — kein Vergleich zu der abgestandenen Feinstaubkonzentration in der Innenstadt. Weder im Wilden Süden noch in der grossen Mauerstadt hat der Hobbyschweizer je so sauerstoffhaltig gehaust. Mutmasslich aber handelt es sich hierbei um einen kleinen vorsätzlichen Selbstbetrug, weil die Sauerstoffaufnahmefähigkeit aufgrund fortgeschrittener Zellalterung qualitativ eher abgenommen haben muss. Dafür gibt es beim bergan strampeln mit dem Velo den Lungenfunktionstest gratis obendrein; wie beim Konditionstest sind die Ergebnisse leider doch ziemlich realistisch.

Im Vergleich mit der anonymen Wohnmaschine gestaltet sich in der Vorstadt die Öffentlichkeitsarbeit völlig anders. Quasi Grüezipflicht auf jedem Schritt. Die Randlage erlaubt jedoch auch randständiges Handeln: so kam ein jenischer Scherenschleifer vorbei, freundlich und entspannt, trotz meiner Absage. Ein leibhaftiger Scherenschleifer hat mich seit der frühen Kindheit nicht mehr kontaktiert! Ein wenig später läutete ein stummer Roma an der Haustüre, welcher sein schriftliches Bettelgesuch in einer Art laminierter Visitenkarte überreichte. Der dritte im munter selbstkonstruierten Bunde war ein schwer radebrechender Paketbote, welcher an der zugegeben komplizierten Zustellung scheiterte, das Paket kurzerhand wieder mit sich nahm und dafür mich sprachlos zurückliess.

Kommen morgen die Mormonen? Überzeugen bald die Zeugen oder rückt gleich die Heilsarmee an? Wann drücken die Drückerkolonnen die Klingel?

Where’s a policeman when you need one to blame the colour TV?

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Homo Novus

27. April 2012

Kein Abschied ohne Schmerz, Schlüsselerlebnis Schlüsselübergabe.

Max Frisch im Lochergut, Max frisch, Lochergut, Zürich

Anstelle der Aussicht aus der 800-köpfigen Wohnmaschine über die kleine grosse Stadt mit dem himmelweiten Horizont geht nun der Blick auf die sozialdemokratischen Kleingartenparzellen in einer familienfreundlichen Rasenmähersiedlung inklusive des gar 900-köpfigen Monstrums namens Plenum, welches mit eidgenössisch disziplinierter Chropfleerete (Kropf leeren tut gut bei dicken Hals!) über die bauliche Zukunft einer alternden Genossenschaft mit Hilfe von gestellten Fresspäckli gegen den allmählich fallenden Blutzuckerspiegel am immer später werdenden Abend dennoch eine Beschlussfassung nahe handelsüblicher SED-Quoten erreicht.

Im Zweifel für den Zweifel und immer Volldampf voraus!


Gartenzwergsiedlung

5. Februar 2012

Aus der Wohnmaschine hinweg ohne Umkehr, aber immer mit Einkehr auf der Zwischenetappe in die Zwergenwelt der Vorgartenreihensiedlung:

Route von Seebahnstr., Zürich nach Bernhard-Jaeggi-Weg, Zürich

*     *     *

Ziel der Pilgerung bleibt aber ganz klar die Regenbogensiedlung. Sowieso.


Supergarage

28. Juli 2011

Im Atomzeitalter überwiegt die Skepsis:

Vodpod videos no longer available.

Heute — nach GAU und Super-GAU — ist die Riesenwohnmaschine ein schillerndes Soziotop. Schon Ex-Mieter Max Frisch wusste: Wohnen im Lochergut ist eben menschlich chic.


Wolkendampfer

17. Juni 2011


Warnhinweis

18. Dezember 2010

Vermisstenanzeige in der Wohnmaschinenwäschewaschanlage.


Atmosphäre

21. September 2010

When I woke up the sun was shining in my eyes
My silver spurs were gone my head felt twice its size
She took my silver spurs a dollar and a dime
And left me cravin´ for more summer wine
Ohh-oh-oh summer wine


Mit Kater aber ohne Kohle in den Herbst — Sekundaräquinoktium pünktlich am 23. September um 05:09h MESZ.

Next stop: Winter.


Föhn macht schön

10. September 2010

Blick aus der Wohnmaschine auf die Glarner Alpen


Flugmanöver

15. Juli 2010

Das Züri Fäscht rund um das Seebecken ist das grösste Schweizer Volksfest mit den üblichen Begleiterscheinungen, weshalb es der Stadt auch nur alle drei Jahre zugemutet wird. Schade eigentlich, weil die Feuerwerke pyrotechnische Extraklasse darstellen und diesmal eines nicht nur vom See aus, sondern teilweise in der Luft von Helikoptern abgefeuert wurde – Europarekord!

Eine ganz andere Flugshow bot die Patrouille Suisse mit wild aussehenden Attacken gegen die beige Wand der Wohnmaschine.

Den dazugehörigen Ton bitte mittels Abgasschwaden extrapolieren…


Vaterstolz #2

13. Mai 2010

Scotty, beam us up!